Montag, 21. Dezember 2009

Es gibt ein Paradies. Coromandel.

*Seufz* ich bin immer noch ganz verschlafen und wenn ich an das Wochenende denke, das gerade hinter mir liegt, moechte ich in epischer Breite von tuerkisem, klarem Meer, Sommerfeeling und ueberwaeltigender Schoenheit erzaehlen - aber... Joern sagt wir haben keine Zeit :) und ein ibisschen Recht hat er. Denn heute ist der letzte Tag im St. Paul, unserem Apartment gegenueber der erstaunlich europaeisch aussehenden Kirche und morgen in aller Fruehe stehen wir schon am Flughafen um den deutschen Besuch zu empfangen. Davor gibt es eine scheinbar endlos lange To-Do-Liste, die aus Packen, putzen und waschen - aber auch saemtlichen Formalitaeten besteht, die es noch zu Regeln gibt... alles was wir eben noch so in Auckland machen muessen. Dafuer sorgen, dass wir weiterhin Internet und Handy Guthaben haben, Joern moechte seinen Haarschnitt optimieren und ich muss meinen Arbeitsrueckstand dringend dringend aufholen und noch eine interessante Geschichte recherchieren. Dazu kommt leider, dass unser Ladegeraet vom Camcorder nicht mehr lädt warum auch immer und hinter das Kamera-Objektiv ein penetrantes Sandkorn gekommen ist, dass sich hoffentlich mit uNterstuetzung von Druckluft verabschiedet. Ausserdem brauchen Mandy und Franzi noch zwei Hostels, die ich gleich hoffentlich sehr unkompliziert buche und Jasmin hat nen platten am Auto - was ihre Weihnachtsplanung ueber den Haufen wirft und sie wohl morgen schon bei uns mitfahren muss - aber keine Uebernachtungsmoeglichkeit hat.... ihr seht, auch in Neuseeland machen wir uns Gedanken... Das vorneweg, versuche ich mich echt kurz zu halten was den Reisebericht angeht.

Unser Paradies ist kein geheimer Ort. Im Gegenteil, die Coromandel Halbinsel steht in jedem Neuseeland Reisefuehrer und die Straende von Hahei an der Ostkueste der 85 Kilometer langen Pensinula hat Disney schon fuer die urspruengliche Welt von NARNIA (allerdings der zweite Teil, der Anfang von Prince Caspian - vier Kinder in einer Hoehle und am Strand, die ersten zehn Minuten des Films wuerde ich sagen) verwendet.

Fuer uns war es trotzdem unerwartet schoen. Unerwartet perfekt. Und trotz eines Anflugs von Tourismus (achtet mal bei den Bildern drauf - es werden ab und an auch mal andere im Bild sein) so... unberuehrt.

UNterwegs waren wir ja mit Jana und Jasmin, was sehr nett und ausser einem weiblichen Anflug von Zickerei auch absolut unkompliziert war. Jana hat naechste Woche ihren letzten Praktikumstag, man muesste also fast sagen, wer weiss ob wir sie noch mal sehen... nun ja. Nachdem jedenfalls das von mir ausgewaehlte Hostel, die Tatahi Lodge, nach ihrer INternetpraenz erst als Holzbaracke belaechelt wurde, konnte ich eigentlich nicht glauben, das dieses idyllische Haus, mit riesiger offener Kueche, bequemen Couchen und Sitzecken am Fenster, riesigem Garten mit Liegen und Tischen und Stuehlen zum draussen essen, mit immer sauberen Baedern und warmen duschen mit richtig Druck auf dem Duschsstrahl, mit netten Leuten (besonders erinnerungswuerdig: ein herzlicher kanadischer Opi und ein Fotobegeisterter Grundschulleher, der urspruenglich aus England kommt, aber in Wellington arbeitet) dass das ein Hostel, eine Jugendherberge, sein soll. So viel Idylle fuer umgerechnet 13 Euro pro Nacht. Komplett irre, oder?

Noch schoener war allerdings das Oertchen Hahei (ein Shop, ein Souvenir-Laden, ein Fish and Chip Shop, ein Kayak-Verleih und eine Surf-Schule) und seine traumhaften Straende. Ich glaube zuerst wurden wir etwas boese angeschaut, als wir vorgeschlagen haben, um 5.30 den Sonnenaufgang zu sehen. Als wir allerdings bis wir gegangen sind den Strand fuer uns hatten... da hat es sich dann doch wieder gelohnt - und wie. Am Stingray Bay ist das Wasser tuerkis, wie in einem Reiseprospekt, und die kleine Bucht ist durch die Felsformation, die sie umringt halbmondfoermig und irgendwie romantisch. Etwas daemlich haben wir auch noch Scherze gemacht, nach welchem dummen Rochen dieses Fleckchen wohl benannt wurde - allerdings haben wir erst nachdem Jasmin und Joern aus dem Wasser kamen von den Locals die vielen Rochen gezeigt bekommen. Ehrlich, ueberall! Grosse, kleine... und wir waren so fasziniert.

Noch schoener - wenn das geht - fand ich den Strand rund um die Cathedral Cove. Googelt mach Cathedral Cove - ihr werdet tausende Ergebnisse und BIlder finden - denn DAS ist das Postkartenmotiv. Richtig beschreiben kann ich die gigantische Hoehle und die Steinformationen gar nicht. Ausser, dass es noch viel groesser und beeindruckender ist, als ich es mir jemals vorgestellt haette.

Dort war ich uach das erste Mal so richtig schwimmen in Neuseeland. Leute, es war warm!! ich weiss, bei euch ist Schneechaos... aber das waren bestimmt 28 Grad und in den Buchten immer windstill!!! Ganz untypisch. Irre. Und die Sonne hat so gebrutzelt, dass ich dankbar fuer Sonnencreme, albernen Sonnenhut und Schatten war... Komisch, echt. Und das sollte der 20. Dezember sein.., der vierte Advent... Joern hat es auch richtig genossen und war staendig im Wasser. Das war uebrigens das klarste, das ich je gesehen habe. Man hat alles gesehen... und dann keine Algen, keine Muscheln, immer mal wieder ein kleiner Fisch der sich verirrt... sonst nichts, nur goldener, funkelnder Sand. Der Wahnsinn. Und es war so flach... ideal um weit vom Strand wegzukommen ohne gegen die Stroemung zu kaempfen.

Fuer Surfer war der Strand nix - kein Wind, keine Wellen. Fuer mich war's das Paradies. Momente, die man sich so intensiv einbrennen moechte, dass man sie nicht vergisst. Nie. Und am besten immer abrufen kann...

Am zweiten Tag sind JOern und ich allein fuer den Sonnenaufang aufgestanden. Nachdem wir nachts noch bis 1 zusammen gesessen geredet und Bier und Wein getrunken haben, waren die Maedels im Sack. Mir ist es gar nicht so schwer gefallen aufzustehen, es war ja alles sooo schoen und aufregend.

Diesmal waren wir am Hot Wager Beach. Googelt Hot Water Beach und ihr werdet viele Blogeintraege finden, wie diesen. Denn jeder will dort hin und von dort berichten. Zwei Stunden vor und zwei Stunden nach der Ebbe, hat man naemlich ZUgang zu einem Teil des Strandes unter dem sich heisse Quellen befinden. Wenn man also ein bisschen buddelt, kann man sich in seinen eigenen Whirlpool legen. Leider war um 5 Uhr morgens Ebbe und als wir um 6 Uhr fertig waren, exzessiv den Sonnenaufgang fotografisch in Szene zu reucken, war es fast zu spaet zum Buddeln. Dafuer haben wir uebrigens extra im Hostel Spaten bekommen :) sehr praktisch. Zu den blubbernden Quellen sind wir wegen der schnellen Flut also nicht mehr gekommen - aber tatsaechlich, wenn man einen Meter tief gegraben hat, kam warmes Wasser hoch. Dort muessen wir unbedingt noch mal hin. Unbedingt.

Der Rueckweg fuehrte uns ueber den Cooks Beach und den Badeort Tairua. Cooks Beach war Frieden pur. Meeresrasuchen... etwas doesen... abschalten. Voegel beim Schlafen beobachten. Tairua Beach war wild, viele Surfer, starke, riesige Wellen. Beide Straende waren idyllisch und schoen - allerdings habe ich ja schon mal gesagt, dass ich nicht so der Strandlieger bin und an diesem heissen Sonnenbrutzeltag, dann auch den schatten auf einer Wiese nach einer Stunde Sonne, Meer und Strand bevorzugt habe. Komisch oder? Aber das Ozonloch ist nicht weit von hier und die Sonne breat hier wenn der Himmel so blau ist echt wie... ich weiss nicht, ich fuehle mich wie Brathaenchen.

Die restlichen Geschichten erzaehlen die Fotos.
Als Fazit koennte man wohl sagen, dass es mein bislang atemberaubenster Neuseeland Ausflug war. Und dass die Hostel-Holzbaracke so schoen war, dass ich dort gleich Mandy einbuche und Jana und Jasmin dort auch schon ihren naechsten Aufenthalt gebucht haben. Leider ist wenn Robert kommt die Uni dort (warum auch immer) und die haben fuer eine Woche halb hahei gebucht, auch das neben dem Hostel liegende Motel (gleiche Betreiber).
Und das Wetter war perfekt. Ich fuehle mich nicht wie Weihnachten, aber ich fuehle mich wie nach einem perfekten Wochenende...

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