Aus Kaikoura wegzufahren war wie eine andere Welt zu verlassen. Jedes Mal, wenn wir jetzt irgendwelches Unterwasserleben beobachten können, wird es wohl im Vergleich zu Kaikoura abschmieren. Einfach Erinnerungen für’s Leben.
Außerdem war Christchurch Roberts letzte Station, der von dort wieder ins verschneite Deutschland geflogen ist. Es hatte also doppelt was von Abschied. Und man resümiert schon mal so ein bisschen, was man erlebt hat, was man gesehen hat, ob es Erwartungen erfüllt hat… ich bin jedenfalls froh, dass Rob und auch Mandy nach ihren Reisen jetzt ein bisschen verstehen können, warum wir immer so erschlagen sind, wenn wir versuchen zu erzählen, was wir hier erleben. Ich meine, ihr alle, die schon so lange so viel hier gelesen habt, wenn ich im April wieder komme und mich jemand, der nichts über die Reise weiß fragt: “Und, wie war’s?“ Was bitte, soll ich denn darauf antworten??? Da kann man doch nicht: „gut“ sagen.
Aber zu Christchurch, der größten Stadt der Südinsel, der englischsten Stadt des Landes und meiner Leiblingsstadt der Südinsel. Ich liebe Christchurch. Es ist so schön „alt“, europäisch mit Charakter. Keine andere Stadt sieht aus wie Christchurch. Sie hat eine richtige Innenstadt, eine Fußgängerzone in deren Herzen die Christchurch steht (toller Blick von oben!) und viele alte Steingebäude und viele Kirchen und Häuser im vikatorianischen Stil. Die Straßen heißen alle nach britischen Orten und Persönlichkeiten… King George St oder London Drive… durch das Zentrum fließt außerdem ein Fluss, der Avon River und eine alte Straßenbahn fährt einen Rundkurs. Super niedlich. Außerdem gibt es dort mal Geschäfte, die keine Ketten sind… und tolle Cafés und Restaurants. Nachdem wir Robert zum Flughafen gebracht hatten, haben Jörn und ich uns etwas ratlos wie es jetzt eigentlich weiter geht (bis dahin war alles geplant, alles gebucht, alles durchdacht… danach… war alles etwas ungewiss) uns ins Studentenviertel gestürzt und sehr lecker und unglaublich günstig in einem japanisch-koreanischen Restaurant gegessen. Die japanische Kellnerin war unglaublich beeindruckt von unseren Englisch-Kenntnissen und überhaupt von uns – denn wir waren die einzigen Nicht-Asiaten. Wir haben allerdings schon gemerkt, dass Asiaten, wenn sie hier in Neuseeland unter sich sein wollen, einfach keine englische Speisekarte anbieten. Da steht dann alles nur in Zeichen. Da es hier auch ein englisches Menu gab und auf einer Kreidetafel sogar „Special oft he Day“ stand, dachten wir, Europäer würden ein- und ausgehen… da hatten wir uns offensichtlich etwas vertan ;) naja, das Essen war großartig.
Danach sind wir durch die Stadt geschlendert, haben uns in einer Gondel auf dem Avon rumschippern lassen, sind Tram gefahren und haben in einem Vorort von Christchurch eine Gondel auf einen Berg hoch genommen – von dort hat man einen tollen Blick über das schöne Christchurch und die Banks Peninsula, deren Entstehungsgeschichte wir uns dort in einer Art Erlebnis-Bahn im Geisterbahnstil anschauen konnten, echt toll gemacht. Und eine prima Vorbereitung auf unser nächstes Reiseziel: Die Banks Peninsula.
In Christchurch hätte ich übrigens prima noch ein paar Tage bleiben können. Dort könnte man auch mal shoppen, ins Kino oder Theater, da gibt es richtig Kultur und Events, überall. Festivals und Feste in Parks, Einkaufszentren, Museen, Gärten usw. unser schlecht-Wetter-Notfall-Programm mussten wir allerdings nicht machen – wir hatten geniales Wetter und haben schlendernd einfach mal ein bisschen Stadtluft genossen. Aber wenn man mal Stadtluft auf der Südinsel schnuppern möchte ist das die einzige und wohl schönste Möglichkeit.
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