Von Las Vegas habe ich mich etwas wehmütig verabschiedet. Das Hotelzimmer war so super und die Menschen und Angestellten so dermaßen freundlich (schließlich ist die ganze Stadt darauf angelegt mich zufrieden und mit leerem Geldbeutel abreisen zu lassen) dass man es sich dort auch prima einfach ein paar Tage gut gehen lassen kann. Unseren Hotel-Pool haben wir zum Beispiel nicht einmal von außen gesehen. Und auch im Fashion Outlet waren wir nicht. An der Fremont Street (größte überdachte Einkaufsstraße der Welt so viel ich weiß) sind wir mal eben schnell mit dem Auto vorbei. Und wir konnten nur ein weiteres der zahlreichen Buffets testen, das dafür so gut war, dass ich direkt noch Werbung machen muss :) im „The Orleans“ haben wir umgerechnet pro Kopf sechs Euro bezahlt, dafür Pepsi, Kaffee und alle extra wünsche von einer Kellnerin gebracht bekommen (Jörn wollte beispielsweise Milch für seinen Kaffee, da gabs dann wohl ein kleines Missverständnis und er hat ein 0,5 Liter Glas Milch bekommen ) und Essen konnte man sich selbst holen. Italienisch, Mexikanisch, Amerikanisch, Chinesisch, Seafood, riesige Salatbar… ich kann das gar nicht alles aufzählen. Also es war echt gigantisch und so so so lecker. Wir haben allein nur einen Teller Gambas gegessen, weil die so super waren. Zur Desserttheke mit angeblich 30 unterschiedlichen Kuchensorten, 20 Cremes und 10 Eissorten sind wir gar nicht mehr gekommen, ich war so satt :) naja, eigentlich wollten wir danach nur noch ein Foto vom Las Vegas-Schild machen, sind aber doch länger geblieben, weil Jörn ein paar interessante Leute kennen gelernt hat. Einen Tschechen, der mit seinem Motorrad (gleiches Modell wie Jörn hat) die Welt mit dem Motorrad überrundet hat und gerade aus Alaska kam. Zu ihm kam auch ein Deutscher, der allerdings kein Deutsch mehr konnte, weil er vor 20 Jahren nach Vegas ausgewandert ist. Und der ist mit dem Motorrad (ebenfalls gleiche Maschine) von Kanada bis Südamerika gefahren. Die haben Storys erzählt. Irre. Ich glaube Jörn wäre am liebsten mitgefahren. Allerdings war neben zahlreichen Kisten, zwei Ersatzrädern, zwei Benzinkanistern usw. glaube ich kein Platz mehr. Selbst Jörn hat gesagt er hätte noch nie so eine beladene Karre gesehen. Da sind selbst die ganzen Harley-Fahrer, die hier zu tausenden röhrend an einem vorbei brettern, etwas neidisch geworden.
Die Weiterfahrt lief gut. Wir sind gut durchgekommen, haben noch an einer irre-klingenden Ausfahrt am Death Valley für ein Foto gehalten 40 Grad Wüstenluft und Wüstensturm geschnuppert und den endlos-Highway entlang gefahren. Da war ich unserem Dude für die Klimaanlage sehr dankbar. Übrigens, die Werbung, die ich zitiert hatte geht noch weiter: „A drive from Los Angeles to Las Vegas is.. well… …. … long. And let’s be honest, it’s boring“ :) übrigens ist das Werbung für die Blue Man Group, die in Vegas auftreten. Unterwegs haben wir schon von weitem eine riesige Rauschschwade gesehen. Im National Forest von Sa Bernardino hat es gebrannt. Feuerwehr und Löschflugzeuge sind uns entgegen gekommen. Das war wirklich ein komisches Gefühl, so orangener dicker Rauch, der wie eine Dunstglocke den strahlend blauen Himmel abdeckt. Und es ist ja auch noch nicht so lange her, dass die Hollywood Hills gebrannt haben – und fast nicht gelöscht werden konnten, weil sich das Feuer so schnell ausgebreitet hat.
Statt direkt nach L.A. zurück zufahren haben wir noch halt am Sunset Beach gemacht, um den Sonnenuntergang anzuschauen (DUH! – was auch sonst) allerdings fanden wir beide, dass auch die Straßen und die Häuschen so schön und idyllisch waren, dass der Sonnenuntergang zur Nebensache wurde. Was die Sonnenuntergänge hier an der Westküste so besonders macht ist – finde ich – dass das Rot so lange nach leuchtet. Die Sonne geht relativ schnell unter. Man kann es förmlich sehen. Aber dadurch, dass nichts mehr zwischen dem Horizont und dem Strand das Licht schluckt, ist noch eine halbe Stunde etwa schönes Abendrot. Das sieht auch auf den kleinen Strandhäuschen aus Holz toll aus. Danach sind wir noch zum Seal Beach gefahren. Dort habe ich dann endgültig erfahren, dass es eben doch Herbst sit. Ich meine, wir machen hier Sommerurlaub mit Palmen, Sonnenbrille und 30 Grad – aber die Sonne geht eben doch um 18.30 Uhr unter. Und danach ist es nicht nur dunkel, sondern vor allem kalt. Mit Flip-Flops im eisigen Sand war dann doch nicht so das wahre für uns erkältete Hühner :) Jörn geht es übrigens langsam besser. Er hält tapfer durch. Aber dass auch er mal eine Kopfschmerztablette nimmt, zeigt mir dann, dass er’s eben auch gut versteckt… naja. Jedenfalls war’s am Seal Beach so schön, dass wir dort definitiv heute nochmal hin wollen. Heute lautet der Plan übrigens Hollywood und den Santa Monica Pier zu erkunden. Vielleicht schaffen wir’s dann zum Sonnenuntergang zum Seal Beach.
Danke übrigens, dass viele noch mal so nett geschrieben haben wegen diesem Lufthansa-Drama. Ist wirklich sehr lieb, dass ihr euch alle Sorgen und Gedanken macht! Das zeigt uns, dass wir doch eigentlich, gar nicht so weit weg sind…
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