Willkommen in Las Vegas, der Stadt der absoluten Superlative, der Oase des Glanzes und des Glamours, dem weltweit größten Laufsteg für unbezahlbare Autos, den gigantischsten Unterhaltungswelten und Prunk, so weit das Auge gucken kann. Wenn man wie wir zwei Tage in Las Vegas unterwegs ist, bekommt man schnell das Gefühl, dass Raum und Zeit verschmelzen zu scheinen, dass man sich in einer von der "anderen Welt" abgeschlossenen Sphäre befindet.
Wir wohnen für unseren Aufenthalt im "Bally´s", das direkt zwischen dem "Flamingo" und dem "Paris" gelegen ist. Wenn die Amerikaner drei Dinge besonders gut können, sind das Parkhäuser (sehr reichlich dimensioniert), Betten (auch die Kingsize-Betten sind reichlich dimensionert) und Sitzmöbel (diese blaue Couch in unserem Hotelzimmer stellt alles, auf dem ich bisher gesessen habe, in den Schatten!).
Die letzten 48 Stunden haben mich an den ersten Eingewöhnungsmarsch bei der Bundeswehr erinnert: die Zeitabstände für (kleinere) Pausen wurden mit zunehmender Tageszeit immer kürzer, da hier einfach alles so gigantisch ist, dass man nicht wirklich viel Zeit hat, die einzelnen Hotels auf sich wirkeln zu lassen. Leider haben wir es nicht mehr geschafft, uns vor der Abreise einen Schrittzhäler zuzulegen, es hätte sich hier wirklich gelohnt! Die Weitläufigkeit des "Strip" ist unglaublích, aber wenn man sich mal vorstellt, dass die Längen einiger Hotelfronten im dreistelligen Meterbereich liegen, kann man es sich ungefähr vorstellen.
Es gibt in jedem Hotel eine Casionebene, ich kann mich nicht erinnern, schon mal so so einem Overkill an blinkenden Lichtern, Lämpchen und sich überlagernden, jaulenden Geräuschen von Spielautomaten ausgesetzt gewesen zu sein, ich kann nur schätzen, wieviele Hundert Glücksspielgeräte, Blackjack- und Pokertische man pro Hotel findet... Wenn man stramm durchgeht, braucht man alleine bestimmt eine viertel Stunde, um die Casionoebene nur per pedes zu umrunden!
Neben den Casinos stellt dann jedes Hotel noch ein eigenes Motto zur Schau, im "Venetian" z.B. kann man sich in einer italienischen Gondel durch das Hotel(!) schippern lassen. Auch gehören die vielzähligen Shoppingmöglichkeiten zum Angebot, wobei es sich hier oft um landestypische Label handelt.
Gestern sind wir noch per Aufzug auf den Eifelturm des Paris gefahren, von hier oben bietet sich dem Betrachter ein atemberaubender Ausblick über gesamt Las Vegas, begrenzt wird die Szenerie nur durch die skurrilen Felsformationen in der Wüste mehrere hundert Meilen weiter entfernt, hinter denen die Welt zu Ende zu sein scheint. Wenn man den Blick hier oben schweifen lässt, kommt man sich schon sehr relativ vor und legt die ein oder andere Schweigeminute ein, und lässt einfach nur dieses Bild auf sich wirken. Unglaublich!
Ein Großteil der Leute, die hier unterwegs sind, gilt nur eins: Auffallen um jeden Preis, sehen und gesehen werden! Koste es, was es wolle. Liebhaber schöner, sportlicher, eleganter, luxuriöser, moderner, schneller und seltener Autos werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Ich habe schnell aufgehört zu zählen, wie oft ich mich nach einer der scheinbar unendlichen Luxuskarossen umgedreht habe und dachte:"Wow! Aber bei einem Preis von rund 3 Dollar pro Gallone Sprit, warum nicht?!?"
Auch kommen hier die Freunde der Harley Davidson absoult auf ihre Kosten: Ich glaube, es gibt nun keine Harley mehr, die ich nicht schon mal gesehen hätte =) Je lauter, je besser! Harleys in allen Schattierungen, verziert mit wohl allem, was der Zubehörkatalog hergibt. Obwohl die Besatzung oft noch beeindruckender war als das Moped...
Nach zwei Tagen Las Vegas muss ich sagen, dass für diese Unmengen an Menschen, Autos und scheinbar unübersichtliches Gedränge alles sehr gesittet abläuft. Ich habe kaum Polizei oder Feuerwehr gesehen, keine Streitereien oder anderer Auseinandersetzungen mitbekommen. Im Gegenteil, alle Menschen waren bisher sehr höflich und hilfsbereit. Quasi Chaos mit System.
Jedenfalls kann man schlecht beschreiben, was hier in Las Vegas abgeht, das muss man einfach mal selber erleben...
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